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Bild (NÖKU): Alexi Pelekanos

Der Talisman

Theater/Kabarett

Landestheater Niederösterreich, Großes Haus

Rathausplatz 11, 3100 St. Pölten

Sa 08.10.2022 ab 19:30 Uhr (weitere Termine anzeigen)


Landestheater Niederösterreich


Beschreibung

Willkommen in einer Welt, die ihr Glück mehr vom Schein als vom Sein abhängig macht. Alle Menschen sollen mit gleichen Chancen auf die Welt kommen, doch auf dem Schloss von Cypressenburg herrschen eigene Regeln. Neben den Vorrechten von Geburt und Profession ist vor allem die Haarfarbe entscheidend für das Schicksal der Menschen. Ganz unten im sozialen Gefüge stehen die Rothaarigen. Während die Gänsemagd Salome Pockerl ihre morgensonnige Haarpracht mit Stolz verteidigt, leidet der ebenfalls rothaarige Titus Feuerfuchs unter der Ausgrenzung. Als ihm ein Zufall zu einer gesellschaftsfähigen Haarfarbe verhilft, packt er sein Schicksal beim Schopf. Es sieht so aus, als stünde dem gesellschaftlichen Aufstieg nichts mehr im Wege …
Auf dem Zenit seiner Karriere veröffentlichte der Dramatiker und Theaterallrounder Johann Nepomuk Nestroy 1840 sein Meisterwerk „Der Talisman“ voll hinreißender Komik, witzesprühender Dialoge und messerscharfer Kritik an den Verhältnissen seiner Zeit. Das Regie-Duo und Theaterleiter-Pärchen des Wiener Bronski & Grünberg Theaters, Kaja Dymnicki und Alexander Pschill, bekannt für einen rasant-erzählerischen, witzig-klugen Inszenierungsstil, bringt die Komödie mit viel Musik und eigenen Couplets auf die Bühne. Die Produktion steht auch als Silvestervorstellung für Sie auf dem Spielplan!
Pressestimmen
Kurier
Alexander Pschill und Kaja Dymnicki gelingt Nestroys „Der Talisman“ hinreißend.
Florian Carove, ein wunderbarer Nestroy-Komödiant.
Laufenberg versucht sich kurz im Kärnterischen und macht Defizite mit einem hinreißend subtilen Spiel wett.
Gustostückerln sind Slapstick-Einlagen samt Vertonungen nach Art der Dick-&-Doof Stummfilme: ewenn Salome und Titus ihr Hüte lüpfen, tauchen die Haare alles in rotes Licht - und der Kuckucksuhrkuckuck kriegt fast einen Herzinfarkt. Sehr amüsant!
Die Presse
Gags, Gags, Gags!
In St. Pölten sind zwei flotte Stunden zu erleben, voll überraschender Gags und Mut zur reinen Unterhaltung, zu erbarmungslosen Kalauern.
Wer würde nicht einen Christian Dolezal loben? Er macht aus der Rolle überdrehtes Kabarett: grauer Arisierer und Autor schmachtet in irre dekadentem Wienerisch nach dem untersetzten Gigolo
Salome durchblickt das Spiel sofort, bald auch der Gärtnergehilfe Plutzerkern (Michael Scherff spielt ihn excellent, nämlich fast zurückhaltend)
Denn im Landestheater wird rasant und ungeniert gespielt, auf Schenkelklopfer spekulierend. Raunzende Wiener Weißwürstel können beruhigt sein: Nestroy bleibt Nestroy.
Musiker Stefan Lasko mit dezentem Humor.
Der Standard
Die Aufführung, die in der kommenden Spielzeit weiter zu sehen sein wird und die am 31. August auch an der Bühne Baden gastiert, verfügt aber über ein paar schmucke Details und ist sprachlich neu durchgewürzt. Jedem Zeitalter seine Rotschopf-Synonyme: "Lavabuschn", "Blutwuckerl", "Rosthoden", "Sozilocke"! Oder auch: "Toupet oder not to pay?“
Interview mit Alexander Pschill
Alexander Pschill über Nestroys Genialität und die Theaterarbeit im Team:
Was macht die Sprache von Nestroy so besonders?
Ich finde es immer wieder unglaublich, in welcher Knappheit Nestroy die Dinge auf den Punkt bringt. Wie poetisch und tiefgründig er in wenigen Worten ist. Zum Beispiel der Satz: „Wenn alle Stricke reißen, hänge ich mich auf.“ Da steckt so viel psychologische, philosophische, dramatische, politische Weisheit drin, das ist einfach faszinierend. Man kann das mit Shakespeares Komödiensprache vergleichen.
Du kennst Nestroy auch aus der Perspektive des Schauspielers.
Ich habe mit 23 Jahren den Gigl in „Das Mädl aus der Vorstadt“ gespielt. Es war eine große Herausforderung, mit Nestroys Texten umzugehen, ihnen gerecht zu werden und herauszufinden, wie man diese sehr spezifisch österreichischen Pointen setzt. Nestroys Sprache war ja bahnbrechend für den österreichischen Humor. Bis heute haben wir ihm sehr viel zu verdanken.
Wie habt ihr d