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Bild (NÖKU): Landestheater Niederösterreich

Don Quijote

Theater/Kabarett

Landestheater Niederösterreich, Theaterwerkstatt

Roßmarkt 22, 3100 St. Pölten

Sa 25.03.2023 ab 20:00 Uhr (weitere Termine anzeigen)


Landestheater Niederösterreich


Beschreibung

Alle Macht der Fantasie! Don Alonso, ein durchschnittlicher Edelmann aus La Mancha, beschließt eines Tages, als fahrender Ritter in die Welt zu ziehen. Inspiriert durch die Lektüre von Ritterromanen nennt er sich fortan Don Quijote und übernimmt die Rolle des Kämpfers gegen das Böse und streitet für ein neues „Goldenes Zeitalter“. Gemeinsam mit seinem Knappen Sancho Panza sucht er das Abenteuer. Doch statt Heldentaten zu vollbringen, erleiden die beiden oft schmachvolle Niederlagen. In ihrer Vorstellung hingegen sind sie unbesiegbar, sie kämpfen gegen Zauberer, Dämonen und Ungeheuer. In der Realität sind ihre Gegner aber nicht die Riesen aus ihrer Fantasie, sondern normale spanische Windmühlen, die mit ihren Flügeln zurückschlagen.
Miguel de Cervantes Saavedra, selbst ein wilder Abenteurer, beginnt im Jahre 1605 den ersten Teil des Romans im Gefängnis zu schreiben. Bis heute ziehen uns die Abenteuer vom „Ritter von der traurigen Gestalt“ in ihren Bann. „Don Quijote“ ist eine Ikone der spanischen Literatur, ein Mythos der Abenteuerlust und Weltaneignung für alle Träumer*innen und Fantast*innen. Der junge Regisseur Nikolas Darnstädt entwickelt in seinen Arbeiten überraschende Bilderwelten, die in ihrer ästhetischen Überhöhung faszinieren. In seiner Theaterfassung stellt er die Kraft der Ideen, der Kreativität und der Fantasie gegen die Realität und ihre gesellschaftlichen Normen. Für die Inszenierung von „Don Quijote“ arbeitet er mit einem europäischen Ensemble aus Italien, Litauen und Österreich und in verschiedenen Sprachen.
Erhältlich in folgenden Abos
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Interview mit Nikolas Darnstädt
Was begeistert Sie persönlich an Miguel de Cervantes’ Roman „Don Quijote”?
Don Quijote ist ein aus den Nähten platzender Roman voller Leben, voller kluger Gedanken und voller Liebe für seine zwei Protagonisten. Cervantes hat es niemandem recht machen wollen, sondern ein freies, glühendes Kunstwerk in die Welt gesetzt. Lange vor David Foster Wallace oder Roberto Bolaño hat dieser Autor einen Roman kreiert, der sich in sich selbst verstrickt, viel zu lang ist, viel zu viele Geschichten erzählt, viel zu viele Umwege nimmt und nie den geraden Weg. Ein schiefer, selbstreferenzieller hybrider Roman ist dieser “Don Quijote”. In den kargen Zeiten des Minimalismus ist es eine wahre Freude ein so maximalistisches Werk zu lesen!
Warum bezeichnet sich Don Quijote selbst als ‚Ritter von der Traurigen Gestalt’?
Für mich ist Don Quijote ein Künstler. Und jeder wahre Künstler ist ein Ritter von der Traurigen Gestalt, denn er ist einsam. Er sieht eine Welt, die die anderen nicht sehen können oder wollen. Und er kann sich einfach nicht daran gewöhnen, dass das, was alle um ihn herum “Realität” nennen, wirklich die wahre Welt sein soll. Er ist unverstanden und versteht niemanden. Dadurch ist er schrecklich allein. Eine traurige Gestalt.
Und warum ist der späte „Aussteiger” für Menschen aller Altersklasse eine spannende Identifikationsfigur?
In “Don Quijote” geht es letztlich darum, wie wir Wirklichkeit definieren. Ob die subjektive Wahrnehmung eines Menschen nicht genau so einen Anspruch darauf hat, Realität zu sein, wie das, worauf sich alle anderen offiziell geeinigt haben. Durch Quijotes Augen stellen wir unsere Welt infrage und denken uns: Ist das wirklich die Welt? Ist das wirklich die einzig mögliche Welt? Könnte die Welt nicht vielleicht ganz anders sein? Ich denke, dass diese Wahrnehmung auch die eines Jugendlichen ist, der zwischen der Kindheit und dem Erwachsensein steht. Als Kind entziffert man die Chiffren der Erwachsenenwelt nicht so mühelos, dafür enthüllt man ihre Widersprüche durch den klugen Kinderblick, durch die Frage “Warum?“. Erwachsenwerden heißt immer auch ein bisschen, diese Klugheit zu verlieren und sich arrangieren zu müssen mit den Lügen, Konventionen und Geheimnissen, die ein Leben als