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Bild (NÖKU): Franzi Kreis

Ein Volksfeind

Theater/Kabarett

Landestheater Niederösterreich, Großes Haus

Rathausplatz 11, 3100 St. Pölten

Fr 24.02.2023 ab 19:30 Uhr (weitere Termine anzeigen)


Landestheater Niederösterreich


Beschreibung

Was ist Wahrheit, was Lüge? Dieses Thema durchzieht das Lebenswerk von Henrik Ibsen. In „Ein Volksfeind“ analysiert der norwegische Dramatiker, wie eine Gesellschaft in der Krise mit der Wahrheit umgeht: Kurz vor der Eröffnung des neuen Thermalbades entdeckt der Kurarzt Dr. Stockmann krankheitserregende Keime im Heilwasser. Er informiert die Entscheidungsträger*innen der Stadt aus Politik und Medien. Alle sind sich einig: Die Menschen müssen die Wahrheit über das durch eine Fabrik verschmutzte Wasser erfahren. Doch kurz vor Drucklegung der Zeitungsausgabe mit dem Aufmacher über den Umweltskandal dreht die Stimmung. Als die Stadtvorsteherin den Bürgerinnen und Bürgern droht, dass bei Schließung der Therme mit wirtschaftlichem Schaden und ausbleibendem Tourismus zu rechnen ist, ziehen sich die Verantwortlichen zurück. Die Gesundheitsgefährdung durch das verschmutzte Wasser wird kleingeredet und vertuscht, und der Kurarzt als Störenfried entlassen. Stockmann jedoch verteidigt seine Expertise mit allen Mitteln...
Henrik Ibsens Drama aus dem Jahre 1882 stellt die Frage, wie wir in einer Welt, die im Sinne der Wachstumslogik regiert wird, mit der Wahrheit umgehen. Heute sind die drohenden Auswirkungen des Klimawandels bekannt, aber noch immer fehlt es am politischen Willen, um den verheerenden Folgen entgegenzuwirken. Welche Interessen blockieren die Gestaltung der Zukunft? Welche Werte halten unsere Gesellschaft zusammen? Die Regisseurin Anne Bader öffnet mit ihrer Inszenierung den gesellschaftspolitischen Resonanzraum des Stücks, um heutige Fragen zu unserem Verhältnis zu Klima, Natur und Nachhaltigkeit neu zu stellen.
Erhältlich in folgenden Abos
Premieren-AboWochentags-AboNachmittags-AboJugend-Abo 14+
Recht auf Klimaschutz: Interview mit Politikwissenschaftler Alexander Behr
Gespräch mit dem Politikwissenschaftler und Buchautor („Globale Solidarität“) Alexander Behr über die Konflikte, die in „Ein Volksfeind“ verhandelt werden, und Ideen dazu, wie sich Demokratie und Nachhaltigkeit stärker befördern könnten. Am 19. Jänner ist Alexander Behr zu Gast bei Ilija Trojanow in DER UTOPISCHE RAUM
Weil die Mehrheit den Umweltskandal vertuschen will, stellt Dr. Stockmann auch die Demokratie in Frage. Wie kann Klimaschutz in einer gesunden Demokratie effizienter werden?
Ein großartiges Beispiel für das Zusammenspiel von gelebter Demokratie und Klimaschutz ist der österreichische Klimarat. Er zeigt, dass es für Forderungen in Richtung einer sozial-ökologischen Transformation breite Mehrheiten gibt. Der Klimarat setzte sich aus 100 repräsentativ ausgewählten Bürger*innen des Landes zusammen; die Ergebnisse wurden im Juli 2022 präsentiert. Die Empfehlungen des Rates sind nicht revolutionär, aber bei Weitem fortschrittlicher als die herrschende Politik: So empfiehlt der Rat dringend strengere Maßnahmen gegen Bodenversiegelung, eine Leerstandsabgabe bei Wohnraum, die Abschaffung der Förderung von fossilen Energien und ein Grundrecht auf Klimaschutz. Die Wirtschaft ist gut darin ihre Interessen zu vertreten, wie können die „Interessenvertretungen“ der Natur gestärkt werden?
Radikale Demokratie besteht nicht in der wahllosen Ausweitung von scheinbaren Freiheiten, die in Wahrheit die Privilegien von wenigen sind. Es geht vielmehr um die gemeinsame Verantwortung, Privilegien zu beschränken, damit Freiheiten zum Wohle aller ausgeweitet werden können, und zwar innerhalb der ökologischen Grenzen des Planeten. Ein Stopp der sozial-ökologischen Raserei ist vonnöten. Wichtig für die Durchsetzung dieser Perspektiven sind die sozialen Basisbewegungen - aktuell vor allem die Klimagerechtigkeitsbewegung. Ihr muss es gelingen, die Kräfte zu bündeln und ihre Forderungen nach einer umfassenden sozial-ökologischen Transformation in bleibende Erfolge umzumünzen.
Warum sind soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz kein Widerspruch?
Voraussetzung dafür, dass Menschen Alternativen zur imp